Thomas Jänsch - Triathlon


Wettkampfbericht BAROCKMAN 2016


Schlosstriathlon Moritzburg – 11.06.2016


Geplant hatte ich meinen Start für die Langdistanz in Moritzburg schon länger, obwohl ich mich erst am Sonntag vor dem Rennen endgültig entschied. Ich wollte mit meiner Meldung abwarten, ob ich verletzungsfrei bleibe und in passable Form komme. Bis auf paar kleine Überlastungserscheinungen, die durch vorrübergehende Verlagerung der Trainingsschwerpunkte in andere Disziplinen kompensiert werden konnten, gelang mir das ganz gut.

Als ich Samstagfrüh meine Startunterlagen abholte, wartete die erste Überraschung auf mich. Ich bekam die Startnummer 1. Ulrich Konschak als Titelverteidiger hatte seinen Start aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen müssen, so dass ich seine Startnummer erbte. Daraus machte Andreas Clauß dann auch gleich die Verpflichtung, dass die Startnummern in der Reihe des Zieleinlaufs vergeben werden. Es war auf jeden Fall nochmal ein Ansporn.

Vom Schwimmen habe ich mir etwas mehr erhofft. Im Schwimmbecken habe ich mich in letzter Zeit wohler gefühlt, als noch vor einem Jahr, so dass ich auf eine bessere Schwimmzeit als knapp 1h 10min hoffte. Positiv war, dass ich bis auf ein kurzes Zucken in einer Wade keine Krämpfe hatte.

Nach einem schnellen Wechsel machte ich mich auf die Verfolgung der vor mir fahrenden Athleten. Die erste Radrunde ging ich locker an. Trotzdem überholte ich ein paar Staffelfahrer und Einzelstarter. Zu Beginn der vierten Runde erhielt ich die Information, dass ich in Führung läge. Das stellte sich zwar später als Fehlinformation heraus, nahm mir aber etwas die innere Motivation, mich zu mehr Druck auf die Pedale zu zwingen. Normalerweise endet ungefähr ab Hälfte der Radstrecke die Zurückhaltung und es beginnt die Arbeit. Dazu kam, dass es bei mir klapperte, also am Rad. Das Kopfsteinpflaster, insbesondere in Bärwalde, forderte seinen Tribut. Sobald die Straßen rauer wurden, klapperte es zunehmend. Dadurch wurde meine Konzentration abgelenkt und ich kontrollierte während der Fahrt die Flaschenhalter, Bremsen und Laufräder, konnte aber keine Ursache finden. Bei jeder Überfahrt in Bärwalde hatte ich die Befürchtung, dass mir irgendwas vom Rad abfällt. Ich war schon froh, als ich den zweiten Wechsel erreichte. Im Nachhinein stellte sich das Klappern lediglich als eine gelockerte CO2-Kartusche heraus, die am Sattelgestell angeschlagen hat. Auf der verkürzten Radstrecke sind 4h 40min in Ordnung, aber nicht herausragend. Vorteil, ich war nicht am Limit. Ich hatte keine Beschwerden während des Radfahrens.

Während des Wechsels zum Lauf erfuhr ich, dass ich Zweiter bin. Ein Russe hatte gerade fünf Minuten Zeitstrafe abgesessen und ging auf die Laufstrecke. Ich lief zurückhaltend und locker los. Trotzdem konnte ich bereits Mitte der ersten Runde die Führung übernehmen, die ich nicht wieder hergab. Auf dem gegenläufigen Abschnitt im Start-Ziel-Bereich konnte ich die Abstände zu meinen Verfolgern abschätzen. Ein anderer Athlet war schon am Russen vorbeigelaufen und lag Ende der ersten Runde ca. 2 Minuten hinter mir. Zu Beginn der dritten Runde war der Abstand zum Zweiten fast konstant, der Russe etwas zurückgefallen. Ab vierte Runde begann mein Vorsprung zu wachsen. Ich bemühte mich um einen kontrollierten und lockeren Laufstil. Jetzt musste ich nur noch problemfrei durchkommen. Zu Beginn der letzten Runde konnte ich meine bisherigen Verfolger auf dem Gegenlaufabschnitt gar nicht mehr sehen. Allerdings hatte sich ein Engländer auf Platz 2 gelaufen und lag nun ca. 4 Minuten hinter mir. Wenn ich keine Probleme bekäme, war dieser Rückstand aber kaum aufzuholen. Mit der hohen Wahrscheinlichkeit des nahenden Sieges ging dann auch die letzte Runde schnell vorbei. Nach 3h 18min für den Laufabschnitt und 9h 13min 23s Multisportgesamtdauer konnte ich den Zieleinlauf genießen.

Klar tut es weh, schon beginnend in der zweiten Hälfte der Radstrecke und erst recht im zweiten Teil des Laufabschnitts. Aber so kontrolliert, problemfrei und schmerzarm habe ich noch keine Langdistanz gemacht. Beim Schwimmen mal ein Zucken in einer Wade, auf dem Rad außer im Sitzbereich keinerlei Probleme und beim Lauf mal im dritten Drittel zwei ganz leichte Krampfansätze im Beinbeuger. Im Gegensatz zu fast jeder bisherigen Langdistanz keinen einzigen Krampf.

Sehr dankbar bin ich für die vielen Anfeuerungsrufe und Motivationen der Zuschauer und anderer Athleten auf der Strecke. Das sieht beim Laufen nicht immer so aus, als ob ich das registriere. Ich nehme dass alles wahr, freue mich darüber, konzentriere mich jedoch stark auf mein Körpergefühl. Also bitte auch zukünftig anfeuern, das tut gut. 

Bleibt zu hoffen, dass zukünftig mehr Athleten die Langdistanz in Moritzburg auf ihren Wettkampfplan setzen. Einerseits ist es dann zu Beginn der Radstrecke nicht so einsam, anderseits wäre es eine Anerkennung für die gelungene Organisation der Veranstaltung durch den Moritzburger Triathlonverein e.V. und die vielen Helfer.

Wo bekommt man schon die Gelegenheit, sich so lang und ausführlich in schönen Ambiente mit Günter auszutauschen? ….und ihn dann auch platt zu machen!

 

Sport frei

Thomas