Thomas Jänsch - Triathlon


Challenge Roth 2014


Wettkampfbericht Challenge Roth 2014 – 20.7.2014

Am Freitagnachmittag fuhr ich nach Roth, um mich dort mit Toni Boitz, der ebenfalls startete, bei der Pasta-Party zu treffen. In Roth ist dann alles etwas größer, das Areal der Aussteller, die Essenstände im Verpflegungszelt als auch die Reihe Wartender davor. Nachdem ich den Magen reichlich gefüllt hatte, fuhren wir zu Toni, der mich freundlicherweise beherbergte. Ich schlief gut. Am nächsten Tag fuhren wir zunächst auf das Wettkampfgelände in Roth und nachmittags zum Rothsee. Dort aktivierte ich nochmals meinen Körper mit kurzzeitigem Schwimmen, Radfahren und Laufen. Danach checkten wir die Räder ein. Abends konnte ich relativ gut ein- und bis 3:30 Uhr durchschlafen. Für 4:30 Uhr war die Abfahrt zum Start angesetzt. Auch hier machte sich die Größe der Veranstaltung mit reichlichen 3000 Einzelstartern und 600 staffeln in Form von zähfließendem Verkehr auf dem letzten Stück bemerkbar. Die Einsatzkräfte hatten das aber gut im Griff, so dass die Autos bald abgestellt waren. Im Wechselgarten angekommen nahm ich letzte Vorbereitungsmaßnahmen am Rad vor. Ein paar Worte konnte ich mit meiner Frau wechseln, die mit Sibylle und Andre angereist war, um sich das Spektakel anzusehen.

Für SUB-9 hatte ich mich angemeldet. Um das zu schaffen, musste alles passen. Die Taperphase in den letzten Tagen fühlte sich gut an, ich bildete mir ein erholt zu sein. Allerdings waren Temperaturen über 30 Grad vorausgesagt, was die Vorfreude etwas trübte. Ein Punkt passte damit schon mal nicht.

6.30 Uhr fiel der Startschuss für Profis, SUB-9-Starter und ambitionierte Altersklasse-Athleten. In der ersten Gruppe waren das ca. 300 Starter. Das sind zwar einerseits nicht so viele, aber anderseits ist der Kanal in der Breite begrenzt. So ging es zu Beginn doch recht eng zu. Ich konnte mich zunächst gut einsortieren. Mein Nachschwimmer „versuchte“ mehrfach meinen Zeitchip am linken Bein abzureißen, was zum Glück nicht gelang. Zunächst geht es ca. 1500m bis zur Wende in eine Richtung. Ich hängte mich an die Füße voraus Schwimmender. Auf diesem Abschnitt fühlte ich mich noch ganz gut. Auf dem Rückweg wurden die Gruppen deutlich kleiner. Im Nachhinein betrachtet hatte ich mehr damit zu tun Füße voraus zu ergattern, als mich auf mich und mein Schwimmen zu konzentrieren. Als dann auf dem Rückweg im Bereich des Start/Schwimmausstiegs erste Krämpfe in den Waden aufkamen, konnte ich das Tempo der kleinen Gruppe nicht mehr halten und schwamm den Rest allein, bzw. begleitet von den Überholvorgängen der nach mit gestarteten Gruppe(n). Nach 1:12:25 war ich wieder an Land, griff meinen Wechselbeutel und entledigte mich des Neos. Das lag zwar über meiner erhofften Zeit, aber noch im vertretbaren Rahmen. Um eine halbwegs vernünftige Technik zu schwimmen muss ich mich auf jeden Armzug konzentrieren. Sobald etwas passiert, was mich davon ablenkt, leidet meine Schwimmtechnik und damit der Vorschub deutlich.

Wie zu erwarten waren fast alle Räder in meinem Standbereich schon weg. Zunächst führt die Radstrecke abschüssig nach Eckersmühlen. Hier konnte ich meinen Puls etwas beruhigen. Allerdings nicht im geplanten Umfang, weil ich doch etwas angestachelt war durch die Fahrer um mich herum und die etwas zu langsame Schwimmzeit. Ich begann auch sofort mit der Flüssigkeitsaufnahme und nach der ersten Verpflegungsstation mit der Energieaufnahme in Form von Gels. Flüssigkeit sollte an diesem Tag noch eine besondere Rolle zukommen. Ich trank schon von Beginn an relativ viel, zunächst ausschließlich ISO. Bis Greding war mein Tempo auch ganz gut, ich überholte regelmäßig. Aber der Wind wehte anständig und vermieste von vorn kommend das Tempo auf dem abfallenden Stück nach Greding. Den Anstieg fuhr ich gezügelt hoch, aber hier spürte ich schon fehlenden Druck. Fritz Buchstaller hatte ich zuvor überholt, am Anstieg in Greding überholte er mich wieder und zog recht deutlich davon. Ich kannte ihn nur vom Namen. Aber in jedem Stimmungsnest wurde er angekündigt und lautstark bejubelt. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich ihn wieder eingeholt hatte. Das ging dann fast die ganze Radstrecke so. Sobald es bergan ging, überholte er mich, auf den anschließenden flachen oder abfallenden Abschnitten konnte ich ihn wieder ein- und überholen. Als ich dann in Hipoltstein um die Kurve fuhr und die Menschenmassen auf dem Solarer Berg erblickte, trieb es mir ein Grinsen ins Gesicht. Der Solarer Berg ist als Berg nichts Besonderes, aber die Menschenmassen und die Gasse durch die Menschen die man hinauf fährt machen ihn besonders. Selbstverständlich überholte mich der Fritz Buchstaller auf der Kuppe. Als ich meine Fahrzeit gegen Ende der ersten Runde erfasste war mir klar, dass es mit einer SUB-9 heute nichts werden würde. Da hätte ein Wunder passieren müssen. In der zweiten Runde fehlte auch schon deutlich Druck. Ich musste an den Anstiegen höher schalten und eher aus der Aeroposition gehen. Zusätzlich zu ISO trank ich nun auch Wasser und noch mehr von allem. Einmal bekam ich anstatt eines Gels einen Riegel. Ich benötigte einige Zeit, um den Bissen klein und herunter zu bekommen. Der Mund fühlte sich schon wenige Minuten nach den letzten Schlucken wieder trocken an. Nach Greding stand ein Athlet am Straßenrand und ließ sich das Frühstück nochmal durch den Kopf gehen. So wie das aussah war das nicht nur das Frühstück, sondern auch noch alles Essen vom Tag zuvor. Im letzten Viertel des Radabschnitts bekam ich heftige Schmerzen in den Fußsohlen. Das hat dann auch noch etwas Druck gekostet. Kurz vor dem Solarer Berg hatte ich Fritz Buchstaller wieder einmal überholt. Ich fuhr weit rechts in der Gasse der Menschenmassen, weil ich annahm dass er mich gleich überholen würde. Tat er aber nicht und ich sah ihn dann auch nicht wieder. Ab Solarer Berg fühlte ich mich für die letzten Kilometer etwas besser, wahrscheinlich weil zumindest das Ende der Radstrecke und damit das Ende der scherzenden Füße nahte. Knappe 5 Stunden für den Radabschnitt sind deutlich unter meinen Erwartungen. Die Radstrecke wird häufig als schnell bezeichnet. Dafür spricht, dass es wenige scharfe Kurven und Abbiegungen gibt, die das Tempo nehmen. Die Strecke kann relativ flüssig gefahren werden. Allerdings sind die vielen mehr oder weniger deutlichen Anstiege für 75Kg-Fahrer leichter zu verkraften als für 84kg-Athleten. Einerseits hat mir die Hitze an diesem Tag  den Saft geraubt. Im Nachhinein betrachtet denke ich, dass ich noch nicht ausgeruht genug war. Der letzte Trainingsblock war bezüglich des Radfahrens sehr intensiv und umfangreich. Ich denke, er war zu intensiv und ich hatte ihn noch nicht ausreichend verarbeitet.

Angesichts der Radleistung und Wetterbedingungen begann ich den Marathon vorsichtig mit einer gehörigen Portion Respekt. Nach 2-3 km hatte ich auch einen flüssigen lockeren Lauf mit einem Tempo um 4:30 min/km. Trotzdem überholte ich regelmäßig. Und die da vor mir liefen waren ja alle ambitionierte Triathleten. Da dachte ich mir, wenn ich bei dem Tempo schon überhole, dann mache ich mal ganz vorsichtig weiter. Heute ist ankommen schon viel Wert. Alle ca. 2,5km war eine Verpflegungsstation aufgebaut. Zunächst beschränkte ich mich auf 2-3 Becher Iso und Wasser und drückte Schwämme über meinem Kopf aus und steckte sie mir in den Anzug über die Schulter. Regelmäßig nahm ich Salz zu mir, womit ich schon auf der Radstrecke begonnen hatte. Die ersten 10km fühlten sich locker an.  Auf den ersten Kilometern am Kanal entlang kamen mir die ersten Profis entgegen, nicht viel später die ersten Profi-Frauen. Bis Schwand war läuferisch alles in Ordnung. Inzwischen kippte ich an jeder Station 3-4 Becher von allem was ich im Lauf greifen konnte in mich hinein und mehrere Schwämme auf meinem Kopf aus. Auf dem Rückweg, ca. bei Kilometer 20, musste ich kurz das stille Örtchen aufsuchen.  Obwohl ich im Verhältnis zu anderen Langdistanzen Unmengen an Flüssigkeit in mich hineinkippte, war es das einzige Mal, dass ich Flüssigkeit nicht durch die Schweißdrüsen ausschied. Auf dem Rückweg Richtung An der Lände spürte ich mehrere Steine unterm Fuß, einen davon deutlich, die sich in den Drainageöffnungen der Schuhsohlen festgesetzt hatten. Ich nahm das als Abwechslung hin, mal eine andere Stelle die schmerzt und wollte weiterlaufen solange es möglich war (es ging bis ins Ziel). An der Lände feuerten wieder massenhaft Leute die Athleten an. Hier hatte ich einen Krampf im Beinbeuger. Zum Glück konnte ich nach einer kurzen Dehnpause weiterlaufen. Auf dem Weg nach Eckersmühlen begegnete ich Andreas Niedrig und Pete Jacob, die beide gingen. Auf der zweiten Hälfte des Marathons ging ich durch die Verpflegungsstellen, um genug Becher und Schwämme greifen zu können. Auf dem Weg durch Eckermühlen feuerte mich Sebastian Herold lautstark an und motivierte mich, danke dafür.  Ich konnte keine Gels mehr aufnehmen, da sich abzeichnete, dass die wieder den Weg zurück nehmen würden. Mein Verdauungstrakt war am Limit. Ich musste meine Flüssigkeitsaufnahme einschränken. Nach der Wende begann der Rückweg. Die damit verbundene Motivation glich die mangelhafte Energie- und Flüssigkeitsaufnahme etwas aus. Als es wieder auf den Weg entlang des Kanals ging, krampften meine Beinbeuger nochmals, zum Glück nur kurz. Danach hangelte ich mich von Kilometer zu Kilometer in Ziel, welches ich nach 9:38:45 erreichte. Kurz nach mir kam auch Toni ins Ziel, der schneller als ich unterwegs war, da er später startete. Für seine erste Langdistanz eine Spitzenleistung.

Resultat: 

Swim

01:12:25

1070

Trans 1

00:01:54

86

Bike

04:59:22

129

Trans 2

00:01:49

173

Run

03:23:17

60

Gesamt

Platz (M/W)

90

Platz (AK)

8

Zielzeit (Brutto)

09:38:45