Thomas Jänsch - Triathlon


        

4er 100km Mannschaftszeitfahren 2014


100km - 4er Mannschaftszeitfahren

Der RSV Hainichen hatte am 24.5.2014 zum 100km - 4er Mannschaftszeitfahren in den Rossauer Wald geladen. Es sind 18 Runden zu fahren, was dann in der Realität knappe 97km ergibt. Mein Vorschlag für die Zukunft: Setzt 19 Runden an, damit die 100 km auch auf der Uhr stehen. In den letzten Jahren konnte ich mit den Jungs vom Radteam Hartenstein das Rennen schon mehrfach gewinnen. In diesem Jahr war das Rennen gut belegt und als stark einzuschätzende Mannschaften angereist. Im Verlauf der letzten Woche ging meine gefühlte Formkurve deutlich nach oben, so dass ich optimistischer wurde, mit meinen Jungs mithalten zu können. 10.00 Uhr starteten die ersten Mannschaften im 1-Minuten-Abstand, wovon das OSC Cyclingteam Potsdam mit einer Fahrzeit von 2:10:39,2 eine starke Leistung ablieferte, welche auch zum Gesamtsieg reichte. Mit der zweiten Staffel wurden wir, Andre Berthel, Ronald Kunz, Andre Lasch und ich 13.01 Uhr auf die Strecke gelassen. Im Gegensatz zu früheren Jahren wollten wir kürzer wechseln, damit der Leistungsabfall des Führenden weniger stark ist und somit ein höheres Tempo in der Gruppe gefahren werden kann. Gewechselt haben wir je nach Gefühl und Gelände nach ca. 300-500m. Das klappte ganz gut, so dass wir ca. 6 Runden fast auf die Sekunde die gleiche Zeit wie die Spitzenreiter aus der ersten Gruppe fuhren. An den Anstiegen hatte ich zwar zu kämpfen, an den Jungs dran zu bleiben, aber insgesamt fühlte ich mich sehr gut. Schon nach kurzer Zeit holten wir vor uns gestartete Mannschaften ein und überholten dann auch nach uns gestartete Mannschaften, darunter auch die Vorjahressieger. Deren Führer, zweifellos ein starker Fahrer, gefiel das gar nicht. Er machte Druck, so dass seine Jungs im Windschatten um Anschluss zu kämpfen hatten und überholte uns wieder. Aber auch der beste Fahrer hält das allein nicht lange durch. So überholten wir wieder. Das Spiel wiederholte sich noch ein oder zweimal. Die Kollegen zogen bis zum Anstieg  kurz vor dem Start-Ziel-Bereich hinter uns her und dann an uns vorbei. Für den Schiedsrichter, Zuschauer und andere Teams konnte es in dem Moment so aussehen, als wenn wir hinter den Kollegen herfuhren. Aber wenn man auf einer 4m breiten Straße überholt wird ist es eine gewisse Zeit nicht möglich, 25m Abstand einzuhalten. Die Folgen bekamen wir später zu spüren. Durch dieses Geplänkel und damit auch verbundenen engen Verhältnisse kam Ronald von der befestigten Fahrbahn ab und fing sich am Straßenrand Gras in Kette und Schaltung ein. Wir bekamen seinen Verlust erst später auf der Strecke mit und entschieden uns nach kurzzeitig verhaltener Fahrweise weiterzufahren, da wir nicht wussten was passiert war und ob er noch kommt. Allein in dieser Runde verloren wir eine Minute. Danach fehlte uns Ronald spürbar, der sich in starker Verfassung präsentierte. Zu dritt ist man öfters und/oder länger im Wind, das drückt spürbar das Tempo. Leider bekam Andre B. ca. 5 Runden vor Schluss Probleme. Das kommt selten vor, leider ausgerechnet an diesem Tag. Er hatte für die Belastung und Dauer zu wenig Energie in den Flaschen, so dass seine Speicher leer waren. Andre L. und ich übernahmen für den Rest des Rennens abwechselnd die Führungsarbeit. Nach einer kleinen Schwäche meinerseits in der Mitte des Rennens fühlte ich mich im letzten Drittel wieder gut und stark. Wir mussten zwar zwei Teams wieder ziehen lassen, aber die hatten wir schon zuvor überholt und der Vorsprung war nach meiner Einschätzung ausreichend. Andre B. musste durchhalten und tat es auch, schließlich wurden drei Fahrer für die Wertung benötigt. In der vorletzten Runde fielen die ersten Regentropfen.  Nach 2:15:33 überfuhren wir auf trockener Fahrbahn die Ziellinie, etwas später setzte Starkregen ein. Glück gehabt. Das war immer noch die drittbeste Zeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir ohne den technisch bedingten Verlust von Ronald den 2. Platz erfahren hätten. Als es dann an die Siegerehrung ging, wurde als dritter Platz ein anders Team aufgerufen. Verwundert und aufgeregt versuchten wir den Grund herauszufinden. Da hatte doch das Team mit der viertschnellsten Fahrzeit Protest eingelegt, weil wir angeblich Windschatten gefahren sind. Verlieren will eben auch gelernt sein. Der Schiedsrichter hat sich einlullen lassen.  Die Entscheidung von einer Minute Zeitstrafe war gefällt, ohne uns oder andere anzuhören oder den Versuch, die Sache umfassend zu klären. Die Protestanten und der Schiedsrichter konnten nur einen kleinen Abschnitt der Strecke einsehen und den Rennverlauf nicht umfassend bewerten. Ein Team, das sich das oben geschilderte Geplänkel auf der Strecke von hinten angesehen hatte, bestätigte uns, dass wir nicht Windschatten gefahren sind. Wir waren die Schnelleren. Das ein- und überholte Team hätte nachlassen müssen. Fehlentscheidungen gibt es nicht nur im Fußball, nein auch im Radsport. Trotzdem war es schön, auch wenn es 2h15min keinen Spaß gemacht hat, sondern weh tat. Wir kommen wieder, hoffentlich sind dann die P aus DD auch da. Eine schöne Veranstaltung, die nun auch durch die Teilnehmerzahlen gewürdigt wird. Nur am Schiedsrichter müssen wir noch arbieten.

PS: Vor vier Jahren hat es für die P aus DD auch nicht gereicht, obwohl sie damals mehrere Runden ein 12er-Mannschaftszeitfahren durchgeführt haben. (konnte ich mir nicht verkneifen)